Bericht des Schultheis von Assmannshausen über den Brand am 26. November 1830, bei dem das Haus Rheinstraße (Schmelzeis) völlig zerstört und die Häuser Rheinstraße (Eulberg), Dreikönigstraße 1und 2, stark beschädigt wurden.
Assmannshausen am 28.11.1830
Vorgestern, Donnerstag, den 26sten dieses früh um 1.00 Uhr und circa 20 Minuten wurden die hiesigen armen Einwohner plötzlich durch Feuerlärm erschreckt.
Die im oberen Stocke des dem hiesigen Bürgers Jakob Fass gehörenden Wohnhauses. Man weiß noch nicht wodurch und auf welche Weise ausgebrochene Feuerbrunst war ungeachtet einer Kälte von 4-5 Grade so stark und heftig, dass kaum etwas aus diesem Hause noch konnte gerettet werden und das Löschen der Gluth unmöglich war.
Schon hatten die Flammen das dicht daran stehende, sehr hohe und geräumige Gebäude des sehr achtbaren Bürgers Johann Kerber ergriffen, und es stand die Hälfte des Fleckens in Gefahr gänzlich eingeäschert zu werden, wenn dieses Gebäude nicht konnte gerettet werden, in dem dessen geräumiger Speicher mit Klee, Heu und anderen brennbaren Materialien ziemlich stark angefüllt war.
Allein die göttliche Vorsehung begnadigte die trostlosen Bewohner in sofern, dass sich kein stärkerer Wind erhob.
Hierdurch und vermittelst der in der Tat beispielslosen Anstrengung der hiesigen Bürger, welche mit eigener Lebensgefahr während 2 Stunden unerschrocken sich den heftigen Flammen entgegensetzen, öfters von den selben ergriffen wurden, wobei sich die hiesigen Bürger Johann Rössler, Anton Lohr, Johann Schmelzeis, Heinrich Eigler, Johann Backes und ledigen Burschen Heinrich Fischer, Sohn des frühen Schultheis Fischer, der Sildat Wilhelm Schütz, Andreas und Wilhelm Franz, durch ihren unermüdeten, tätigen Eifer ganz besonders ausgezeichnet haben.
Durch die herbeigeeilten redlichen Freunde von Aulhausen kräftig unterstützt, gelang es, dieses Gebäude, welches jedoch beträchtlichen Schaden erlitten hat, ohne Feuerspritze zu erhalten und drohende Gefahr aufzuhalten.
Bis etwa um 3 1/2 Uhr die Feuerspritze von Rüdesheim mit dem Hochfürstlichen Rath von Sachs und den übrigen Amtspersonen an der Spitze und bald danach auch die Spritze von Lorch, Geisenheim und Winkel gesellten und durch vereinigte Anstrengung aller Kräfte das Feuer gänzlich gedämpft und die Gefahr glücklichst beseitigt wurde.
Besonders wichtige Dienste leisteten nebst der Spritze von Rüdesheim die Mannschaft von Bingen mit ihrer Spritze. Durchdrungen von diesem kräftigen Beistande ergreiften wir diese Gelegenheit, um allen edlen Menschenfreunden, welche aus der Nachbarschaft und fern herbeigeeilt und uns in dieser Noth tätige Hilfe geleistet haben, den aufrichtigsten wärmsten Dank abzustatten im Namen der geängstigten Bewohner.
Joh. Ekert, Schultheis
Quelle: (Broschüre) 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Assmannshausen,
Festtage vom 24. bis 26. Mai 1980
1880: Am 22.12.1880 treffen sich auf Wunsch der Gemeinde 33 Bürger um die freiwillige Feuerwehr Assmannshausen zu gründen. Der erste Vorstand setzt sich folgendermaßen zusammen:
Erster Hauptmann: Hermann Jung
Zweiter Hauptmann: August Hippacher
Schriftführer: Peter Eulberg
Kassierer: Karl Demmer
1881: Im Februar werden die ersten Ausrüstungsgegenstände angeschafft,
der größte Teil wird von der Mannschaft selbst bezahlt.
1884: Eine Zweikreiskolbenpumpe nimmt ihren Betrieb auf.
1887: Das Spritzenhaus wird gebaut.
1900:
Zu dieser Zeit besteht die Feuerwehr aus 48 Mitgliedern
und einer Saug- und Druckspritze.
1908: Hermann Jung wird von Kaspar Simon abgelöst,
der nun erster Hauptmann der Wehr ist.
1926: Die ersten und neuen Standarte werden feierlich eingeweiht.
1930: Am 21. bis 23. Juni feiert die Feuerwehr 50 jähriges Bestehen.
1933:
Kaspar Simon wird als erster Hauptmann abgelöst.
Gottlieb Eger wird neuer Wehrführer.
1939:
Vom Anfang des 2. Weltkriegs bis Ende 1945 übernimmt
Karl Fischer die Leitung der Wehr.
1947: Alois Simon wird 1. Kommandant. Er behält das Amt bis 1964.
1955: Das 75 jährige Bestehen wird vom 4. bis 6. Juni gefeiert.
1964: Im April erhält die Feuerwehr ihr ersten motorisiertes Löschfahrzeug. Es ist ein Opel "Blitz" LF 8, der Wert beträgt ca. 30 000,- Deutsche Mark. Bei einer Feier auf dem Schulplatz wird das Fahrzeug am 11. April von Pfarrer Josef Hartgen eingeweiht. Hans Berwind ist ab März der neue 1. Kommandant und Ortsbrandmeister.
1970: Das 90 jährige Bestehen wird gefeiert, es besteht eine enge Freundschaft mit der Ugchelen Feuerwehr in Holland.
1971: Die Feuerwehr bekommt eine AL 18 Anhängeleiter.
1977: Heinz Fischer wird neuer Wehrführer, Hans Berwind neuer Vereinsvorsitzender. Mit der Gebietsreform gehört die Feuerwehr jetzt zu Rüdesheim am Rhein.
1980: Die Feuerwehr feiert ihr 100 jähriges Jubiläum.
1983: Reinhard Petry wird neuer Wehrführer und Vereinsvorsitzender. Jürgen Schmalfeld wird Stellvertretender Vorsitzender und Stellvertretender Wehrführer. Die Wehr erhält ein neues Löschfahrzeug, ein LF 8 von Mercedes-Benz.
1993: Die Assmannshauser Jugendfeuerwehr wird gegründet.
1995: Reinhard Petry ist nach wie vor Vereinsvorsitzender und Wehrführer.
1997: Die Jugendfeuerwehr gewinnt am 28. Juni zum zweiten mal den Stadtpokal des Wettkampftages der Jugendfeuerwehren der Stadt Rüdesheim im Park des Thomas-Morus-Hauses.
1998: Die Jugendfeuerwehr gewinnt erneut den Stadtpokal der Jugendfeuerwehren der Stadt Rüdesheim, der Wanderpokal geht mit dem dreimaligen Gewinn endgültig in den Besitz der Jugendfeuerwehr Assmannshausen über.
1999: Jürgen Schmalfeld tritt als Stellvertretender Vorsitzender und Stellvertretender Wehrführer von seinem Amt zurück und wird von
Oliver Ummenhofer abgelöst. Reinhard Petry bleibt 1. Vereinsvorsitzender
und 1. Wehrführer. Die Jugendfeuerwehr gewinnt wieder den Stadtpokal der Jugendfeuerwehren der Stadt Rüdesheim.
2000: Oliver Ummenhofer tritt vom Amt des Stellvertretenden Wehrführers zurück und von Klaus Backes abgelöst.
2001: Die Einsatzabteilung bekommt neue Dienstkleidung.
2002: Die Jugendfeuerwehr wird auf Grund der niedrigen Mitgliederzahl aufgelöst.
1. Vorsitzender und Wehrführer Reinhard Petry tritt von seinem Amt zurück.
Der Vorstand wird darauf hin neu gewählt. Klaus Backes wird neuer Wehrführer, Lothar Thewes Stellvertretender Wehrführer.
Oliver Ummenhofer wird 1. Vorsitzender, Reinhard Petry übernimmt das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden.
2004: Klaus Backes tritt von seinem Amt als Wehrführer zurück, Lothar Thewes wird neuer Wehrführer. Reinhard Petry übernimmt das Amt des Stv. Wehrführers.
2005: Die Feuerwehr erhält neue Atemschutzgeräte sowie ein Hohlstrahlrohr. Der Feuerwehrturm wird mit einem hohen Arbeitsanteil der aktiven Feuerwehrleute Renoviert. Das 125 Jährige bestehen wird angemessen gefeiert.
2006: Die Feuerwehr bekommt neue Vereinsräume.
2010: Das Feuerwehr-Gerätehaus wird mit dem Vereinshaus verkauft.
2011: Baubeginn des neuen Vereinshauses mit integrierter Feuerwehr. Das neue Gerätehaus wird am 18.09. beim Tag der offenen Tür eingeweit. Eine neue Jugendfeuerwehr wird in zusammenarbeit mit der Feuerwehr Aulhausen gegründet.
